Was ein Ort zusammenbringt
Ein künstlerischer Essay in elf Fotografien über den kurzen Moment, in dem ein Platz verlassen, aber noch nicht leer ist.
Ausstellung am 12. und 13. September 2026
Offene Ateliers im Neckartal Rottweil
Neckartal 153 by graselli1763
12 - 18 Uhr

Verlassen, aber noch nicht leer
Was ein Ort zusammenbringt, bleibt nicht.
Immer wieder liegen auf einem Tisch Dinge, die jemandem gehören: ein Handy, eine Brille, ein Notizbuch. Dazwischen Tassen, Teller, Gläser. Für eine Weile wird aus allem ein eigener Ort.
Dann nimmt eine Hand das Persönliche mit.
Die Tassen bleiben. Die Teller, das Glas, die Serviette. Auch die Abstände zwischen ihnen. Der Platz ist verlassen, aber noch nicht leer.
Das Werk
Werkthese
Nach dem Weggang bleibt nicht der Mensch lesbar, sondern die vorläufige Ordnung seiner Benutzung. Der Essay beobachtet den Moment, in dem das Persönliche verschwindet und die Ordnung der Benutzung zurückbleibt.
„Was ein Ort zusammenbringt,bleibt nicht“ besteht aus elf Fotografien, die an verschiedenen Tischen und zu unterschiedlichen Zeitpunkten in der CafeBar Sinneskontor
entstanden sind. Ihre feste Reihenfolge verbindet wiederkehrende Beobachtungen zu einer essayistischen Bewegung.
Zu Beginn liegen zwischen Tassen und Tellern noch persönliche Dinge. Sie machen aus einem Tisch für eine Weile den Platz bestimmter Menschen. Später nimmt eine Hand diese Dinge fort. Das benutzte Geschirr bleibt zurück. In den letzten Bildern werden die Anordnungen stiller, bis nur noch ein leeres Glas und das gebrochene Spiegelbild eines leeren Stuhls zu sehen sind.
Die Menschen selbst treten kaum in Erscheinung. Dennoch verändert sich die Bedeutung der Dinge im Verlauf der Folge. Die Reihenfolge der elf Bilder ist deshalb Teil des Werks.



Werkangabe
Was ein Ort zusammenbringt
Präsentation in der Ausstellung: Passepartout und Rahmen je 53 × 43 cm
Tobias Ackermann, 2026
Elf Fotografien, Pigmentdruck auf Hahnemühle Museum Etching, je 20 × 30 cm
CafeBar Sinneskontor, August 2026, im vorhandenen Licht
Das Werk anfragen
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service@lichtemotionist.de
Wie die Arbeit entstand
Der Gedanke an einen Essay begann schon früher, bei Beobachtungsübungen in anderen Cafés. Zunächst ging es darum, sachlich festzuhalten, was da war, noch ohne Deutung. Die CafeBar Sinneskontor wurde dann zum Ort der konkreten künstlerischen Arbeit.
Beim ersten Besuch fotografierte ich die Einrichtung und die Atmosphäre des Raums: den Tresen, die Maschine, das Licht in den Fenstern. Beim zweiten Mal wollte ich herausfinden, ob die Menschen diese Atmosphäre verändern. Ich fotografierte an den Tischen. Dabei stellte sich die Frage von selbst um: nicht, was die Menschen tun, sondern was sie zurücklassen.
Dann standen an einem Tisch die Gäste auf. Als sie fort waren, fiel das Licht auf den Platz. Er war nicht einfach unbesetzt. Tassen, Teller und Gläser standen noch so da, wie die Gäste sie verlassen hatten. Dieser Zustand dauerte nur bis zum Abräumen. Aber er hielt mich fest.
Von da an wartete ich nicht mehr auf Motive, sondern darauf, dass jemand aufstand. Als es im Café ruhiger wurde, zeichnete ich. Beim Zeichnen bleibt nur, was ich für wichtig halte; alles andere lasse ich weg. Ich wollte sehen, ob dieselben Dinge auch in den Fotografien wesentlich wurden.
Der Text kam später. Sicher wurde ich erst, als ich die Aufnahmen nebeneinanderlegte und erkannte, dass sich meine Aufmerksamkeit immer wieder auf denselben Übergang gerichtet hatte. Die Atmosphäre war nicht verschwunden. Aber sie war nicht mehr das eigentliche Thema. Das Licht half mir zu sehen, was zurückblieb.

Die Ausstellung
In der Ausstellung läuft die Folge über zwei Wände: sechs Bilder vor und fünf Bilder nach der Raumecke. Die Werkangabe steht unter dem ersten Bild. Erst nach dem Schlussbild folgt der gemeinsame Begleittext.
Eine räumlich getrennte Prozessstation im zweiten Raum zeigt Zeichnungen aus dem zweiten Cafébesuch und einen ausgewählten Kontaktbogen-Ausschnitt. Er versammelt mehrere Varianten des leeren Glases mit dem gespiegelten Stuhl; die für die Folge gewählte Aufnahme 8814 ist markiert. So lässt sich nachvollziehen, wie aus mehreren nah beieinanderliegenden Aufnahmen das Schlussbild gewählt wurde.
Ausstellungstermine
| Datum | Öffnungszeit | Ort |
|---|---|---|
| Samstag, 12. September 2026 | 12:00 - 18:00 Uhr | Neckartal 153 by graselli1763 |
| Sonntag, 13. September 2026 | 12:00 - 18:00 Uhr | Neckartal 153 by graselli1763 |
Weitere Ausstellungstermine folgen.
Weitere Arbeiten im zweiten Ausstellungsraum
Die Zeichnungen der Prozessstation gehören zur Entstehung des Café-Essays. Zusätzlich sind im zweiten Raum ausgewählte Urban-Sketching-Arbeiten zu sehen, die unabhängig von diesem Werk entstanden sind.
Diese Zeichnungen sind eigenständige Einzelwerke und nicht Teil der elfteiligen fotografischen Folge. Informationen zu verfügbaren Arbeiten, Formaten und Preisen erhalten Sie gesondert.



Für Orte, Häuser und Institutionen
Ich arbeite an realen Orten mit Kamera, Skizzenbuch und Text. Am Anfang steht keine fertige Bilderliste und keine vorab geschriebene Geschichte. Aus wiederholter Beobachtung entsteht eine Frage; aus Fotografien, Zeichnungen und Auswahl entwickelt sich eine eigenständige Werkform.
Für passende Häuser, kulturelle Orte und Regionen kann daraus ein künstlerischer Ortsessay entstehen. Der Café-Essay zeigt diese Arbeitsweise an einem konkreten Ort.

Künstler
Tobias Ackermann
Lichtemotionist
Mail: service@lichtemotionist.de
Für Ihre Anfrage genügt ein kurzer Hinweis, worauf sie sich bezieht:
- Café-Essay oder Gesamtwerk
- Edition oder Einzelbild aus dem Essay
- Urban-Sketching-Einzelwerk
- künstlerischer Ortsessay für einen Ort, ein Haus oder eine Institution
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Tobias Raphael Ackermann der Lichtemotionist, bekannt aus:


